Das Jahr 2020 wird infolge der COVID-19-Pandemie in die Geschichtsbücher eingehen – als ein Jahr mit beispiellosen Verwerfungen in unserer Gesellschaft, der Wirtschaft und dem Immobiliensektor. Mehr und mehr zeigt sich, dass der weltweite Kampf der Regierungen und der Bevölkerung, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, langsam aber sicher Erfolg hat. Derzeit sind in Deutschland rund 25 % mindestens einmal und 7,4% vollständig gegen Corona geimpft. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass eine Herdenimmunisierung und damit ein vollständiger Schutz Mitte August erreicht wird.

Auf den Immobilienmärkten stellt sich für die Akteure auf Investoren- und Nutzerseite zum Jahresauftakt 2021 die Frage nach der bisherigen und vor allem nach der zukünftigen Marktentwicklung – insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit von Immobilieninvestments und die sichere Rückkehr der Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplatz. Wie in den Jahren zuvor wird auch 2021 die Nachfrage nach Büroimmobilien seitens der Investoren hoch sein, da die Fundamentaldaten gerade für Core-Immobilien stabile Einnahmen und einen weiteren Kapitalzuwachs versprechen. Das belegt auch unser 2021 Investor Intentions Survey, wonach 54 % beziehungsweise 59 % der von CBRE befragten deutschen und europäischen Investoren 2021 nicht nur deutlich mehr investieren wollen als im Corona-Jahr 2020, sondern auch weiterhin Büroimmobilien als den bevorzugte Assetklasse für Investitionen nennen. Noch mehr im Fokus stehen dabei moderne Büros, die neben dem flexiblen und hybriden Arbeiten noch stärker auf die Belange und Anforderungen der Mitarbeiter eingehen, um den Erfahrungs- und Wissensaustausch zu ermöglichen, den Teamspirit zu fördern und das Zusammenarbeiten an einem zentralen, physischen Ort bestmöglich zu unterstützen. 

Daneben beschleunigt die Pandemie die strukturellen Veränderungsprozesse im Einzelhandel, der durch die zunehmende Digitalisierung vor zusätzlichen Herausforderungen beziehungsweise Chancen steht. Offline- und Onlineangebote sind für den stationären Handel zwingend erforderlich, damit die Innenstädte weiterhin attraktive Handels- und Begegnungszentren bleiben.

Von diesem Strukturwandel profitiert der Logistiksektor, der hierzulande vor dem Hintergrund der Reorganisation der globalen Lieferketten und dem damit einhergehenden Trend zum Re- und Nearshoring zusätzlich profitiert und sich auf Investorenseite eines zunehmenden Interesses erfreut. Ungebrochen hoch – und 2021 noch weiter steigend – ist die Nachfrage nach Investments in Wohnimmobilien und verstärkt auch in alternative, konjunkturunabhängige Assetklassen wie Gesundheits- und Sozialimmobilien sowie Rechenzentren. Letztere profitieren nicht nur von der sich durch alle Branchen ziehenden Digitalisierungswelle (Stichwort: Industrie 4.0) und der damit (fast) ungebremst steigenden Datenmenge, sondern zunehmend auch von dem durch die COVID-19-Pandemie beschleunigten Strukturwandel im Hinblick darauf, wie wir arbeiten, konsumieren, Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder unsere Freizeit verbringen. Eingebettet sind diese Entwicklungen zukünftig noch stärker in Nachhaltigkeitsaspekte. ESG ist dabei kein Modetrend, sondern die konsequente Antwort eines der wichtigsten Wirtschaftssektoren im Hinblick auf klimaneutrale Neubauprojekte, die zukunftsfähige und emissionsarme Umwidmung oder die Modernisierung von Bestandsimmobilien sowie auf die Frage nach grünen Mietverträgen und Anlagevehikeln.

Es ist sicherlich eine herausfordernde Zeit, in der wir leben, aber auch eine spannende. Und wie so oft bieten durch exogene Schocks ausgelöste Krisen zugleich zahlreiche Chancen, zumal weiterhin sehr viel Liquidität im Markt vorhanden ist, die nach risikoadjustierten Anlagemöglichkeiten sucht. Der deutsche Immobilienmarkt wird einmal mehr seinem Ruf als relativ sicherer Investmenthafen gerecht werden.

Wir stehen Ihnen mit einem ausgewiesenen Expertenteam bei Fragen jederzeit gerne zur Verfügung.


Zuletzt aktualisiert am 29.04.2021

COVID-19 PANDEMIE

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