Einleitung

Die COVID-19-Pandemie hat nach wie vor beispiellose Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft in Deutschland und weltweit. Gerade die aktuell wieder deutlich steigenden Infektionszahlen zeigen, wie wichtig es ist, durch das gemeinsame Einhalten der Schutz- und Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beizutragen, um so weitere negative Einflüsse auf unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft zu verhindern.

Nach dem drastischen Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung in der ersten Jahreshälfte zeigt sich, dass Deutschland im dritten Quartal die temporäre Schockstarre überwunden hat und einiges darauf hindeutet, dass die deutsche Volkswirtschaft im internationalen Vergleich glimpflicher und schneller aus der coronabedingten Rezession heraus kommen könnte.

Auch weltweite ist die Erholung von der jüngsten Coronavirus-Rezession weiterhin intakt, doch ist sie in den einzelnen Volkswirtschaften uneinheitlich und könnte in einigen Ländern ins Stocken geraten, da die Aufhebung der Beschränkungen zum Stillstand kommt oder sich rückläufig entwickelt. Auch ist die weltweite Erholung in einzelnen Sektoren uneinheitlich, wobei der Dienstleistungssektor - und hier vor allem das Hotel-, Gaststätten- und Veransltatungsgewerbe – weiterhin vor großen Herausforderungen steht.

Wir sind jedoch weiter zuversichtlich, dass sich die globale Erholung und damit auch jene in Deutschland im laufenden Schlussviertel – trotz des anstehenden temporären Lockdowns light im November, weiter fortsetzt, wenngleich mit einer etwas langsameren Dynamik. Für 2021 gehen wir von einem kräftigen Aufschwung aus.

Für die Akteure auf Investoren- und Nutzerseite stellt sich damit die Frage nach der bisherigen und vor allem nach der zukünftigen Marktentwicklung vor allem im Hinblick auf die Nachhaltigkeit von Immobilieninvestments und die sichere Rückkehr der Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplatz. Daneben beschleunigt das Virus die strukturellen Veränderungsprozesse im Einzelhandel, der durch die zunehmende Digitalisierung vor zusätzlichen Herausforderungen bzw. Chancen steht. Offline- und Online-Angebote sind für den stationären Handel zwingend erforderlich, damit die Innenstädte weiterhin attraktive Handels- und Begegnungszentren bleiben. Von diesem Strukturwandel profitiert der Logistiksektor, der hierzulande vor dem Hintergrund der Reorganisation der globalen Lieferketten und dem damit einhergehenden Trend zum Re- und Nearshoring zusätzlich profitiert und sich auf Investorenseite eines zunehmenden Interesses erfreut. Ungebrochen hoch ist die Nachfrage nach Investments in Wohnimmobilien und verstärkt auch in alternative, konjunkturunabhängige Assetklassen wie Gesundheits- und Sozialimmobilien oder in Rechenzentren. Letztere profitieren nicht nur von der alle Branchen durchziehenden Digitalisierungswelle (Stichwort: Industrie 4.0) und der damit (fast) ungebremst steigenden Datenmenge, sondern zunehmend von dem durch COVID-19 beschleunigten Strukturwandel im Hinblick darauf, wie wir arbeiten (Remote Working/Homeoffice), konsumieren (Onlinehandel), Dienstleistungen in Anspruch nehmen (Streaming) oder unsere Freizeit verbringen (E-Sports/Gaming/GPS-Tracking).

Es sind sicherlich herausfordernde Zeiten, aber auch spannende. Und wie so oft bieten durch exogene Schocks ausgelöste Krisen auch zahlreiche Chancen, zumal weiterhin sehr viel Liquidität im Markt vorhanden ist, die nach risikoadjustierten Anlagemöglichkeiten sucht. Der deutsche Immobilienmarkt könnte wieder einmal seinem Ruf als relativ sicherer Investmenthafen gerecht werden.

Mit dieser Übersicht bieten wir aktuelle Einblicke in die Auswirkungen des Virus auf die verschiedenen Immobiliensektoren und freuen uns auf einen intensiven Dialog mit Ihnen. Wir stehen Ihnen mit einem ausgewiesenen Expertenteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Aktueller Stand
  • Die Corona-Infektionszahlen steigen zur Zeit sehr dynamisch an. Auch wenn die jetzigen Werte nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar sind, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden, zielen die wieder verschärften Maßnahmen der Bundesregierung darauf, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet und die Wirtschaft nicht stärker gefährdet wird.
  • Die Ansteckungsrate (Reproduktionszahl) mit dem Coronavirus in Deutschland liegt seit Anfang Oktober stabil deutlich über 1 (7-Tage-R-Wert, Stand: 30. Oktober). Auslöser hierfür waren im Wesentlichen größere Feiern im Familien- und Freundeskreis sowie Ausbrüche in Betrieben sowie wieder vermehrt in Alten- und Pflegeheimen. 
  • Ziel der jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern vom 28. Oktober 2020 ist es die Infektionsdynamik in Deutschland in den kommenden Wochen durch eine erhebliche Reduzierung der Kontakte in der Bevölkerung aufzuhalten und die Zahl der Neuinfektionen wieder in die nachverfolgbare Größenordnung von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zu senken.
  • Die Beschlüsse von Bund und Länder für einen Lockdown Light treten am 2. November in Kraft und sind (vorerst) befristet bis Ende November, wobei nach Ablauf von zwei Wochen die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder sich erneut beraten und die durch die Maßnahmen erreichten Ziele beurteilen und notwendige Anpassungen vornehmen. 
    • Die Maßnahmen beinhalten im Einzelnen
  1. Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  2. Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes jedoch in jedem Falle maximal mit 10 Personen gestattet.
  3. Aufforderung zum Verzicht auf nicht notwendige private Reisen und Besuche -auch von Verwandten. Das gilt auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge. Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt.
  4. Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören 
    • Theater, Opern, Konzerthäuser, und ähnliche Einrichtungen,
    • Messen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen,
    • der Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eignen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen
    • Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Thermen
    • Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen. 
  5. Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Profisportveranstaltungen können nur ohne Zuschauer stattfinden.
  6. Gastronomiebetriebe sowie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause sowie der Betrieb von Kantinen. 
  7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physio-, Ergo und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege, bleiben weiter möglich. Friseursalons bleiben unter den bestehenden Auflagen zur Hygiene geöffnet. 
  8. Der Groß- und Einzelhandel bleibt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet. Dabei ist sicherzustellen, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro 10 m² Verkaufsfläche aufhält. 
  9. Schulen und Kindergärten bleiben offen. Die Länder entscheiden über die erforderlichen Schutzmaßnahmen.

  • Trotz der zuletzt gestiegenen Fallzahlen geht es mit der deutschen Wirtschaft weiter aufwärts, das belegen auch die aktuelle Arbeitsmarktdaten. So sind im September und Oktober im Zuge der einsetzenden Herbstbelebung die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) kräftig gesunken.
  • Die Zahlen am Arbeitsmarkt deuten darauf hin, dass dieser vergleichsweise gut durch die Corona-Krise kommen könnte. Die Arbeitslosenquote sank im Oktober auf 6,0 %, nach 6,2 % und 6,4 % in den beiden Vormonaten. Unterstützt wird diese Entwicklung durch das milliardenschwere Konjunkturpaket der Bundesregierung, und die Kurzarbeitsregelung dürfte dafür sorgen, dass sich die Unternehmen nicht von den dringend benötigten Facharbeitern und deren Wissen trennen müssen. Jedoch offenbart die Corona-Pandemie deutlich, welche Unternehmen und Geschäftsmodelle in der Zukunft überlebensfähig sein werden, und sicherlich wird es in einigen Wirtschaftsbereichen (u.a. im Beherbergungssektor, der Gastronomie, aber auch in der Luftfahrtbranche und dem Einzelhandel) zu Restrukturierungen und Entlassungen kommen und Unternehmen insolvent gehen. Dennoch blicken wir auch oder gerade in Deutschland realistisch-optimistisch in die Zukunft, ohne die Augen vor den strukturellen und konjunkturellen Herausforderungen zu verschließen.
  • Derzeit belegen viele Frühindikatoren sowie die kurzfristig, teilweise sogar tagesaktuell verfügbaren, Echtzeitindikatoren (z.B. der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex des Statistischen Bundesamtes oder der wöchentliche Aktivitätsindex der Bundesbank), dass die deutsche Wirtschaft nach dem massiven Einbruch im Frühjahr ab dem Sommer wieder auf einen Erholungspfad eingeschwenkt ist. Das zeigt auch die jeweilige Beurteilung der aktuellen Geschäftslage des ifo Geschäftsklimaindex sowie der ZEW-Konjunkturerwartungen, deren Umfragewerte im vergleich zum Vormonat weiter gestiegen sind. Jedoch weisen beide Stimmungsbarometer angesichts der jüngst gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen sowie der Gefahr eines harten Brexits darauf hin, dass die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ansteigt.
Zuletzt aktualisiert am 30.10.2020

COVID-19 PANDEMIE

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