Einleitung

Die COVID-19-Pandemie hat nach wie vor beispiellose Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft in Deutschland und weltweit. Jedoch zeigt sich, dass das Virus nicht nur hierzulande, sondern auch in den anderen G7-Staaten und weiten Teilen Asiens relativ unter Kontrolle ist, sodass die Einschränkungen infolge des Lockdowns zunehmend gelockert wurden. Vor allem zeigt sich aber, dass Deutschland die temporäre Schockstarre überwunden hat und einiges darauf hindeutet, dass die deutsche Volkswirtschaft im internationalen Vergleich glimpflicher und schneller aus der coronabedingten Rezession herauskommt, zumal sich auch auf globaler Ebene seit Mai eine breitere Erholung der Wirtschaftstätigkeit abzeichnet. Entsprechend sind wir optimistisch, dass die globale Erholung und damit auch jene in Deutschland im zweiten Halbjahr 2020 an Dynamik gewinnt und im Jahr 2021 starke Wachstumsraten liefern wird.

Für die Akteure auf Investoren- und Nutzerseite stellt sich damit die Frage nach der bisherigen und vor allem nach der zukünftigen Marktentwicklung vor allem im Hinblick auf die Nachhaltigkeit von Immobilieninvestments und die sichere Rückkehr der Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplatz. Daneben beschleunigt das Virus die strukturellen Veränderungsprozesse im Einzelhandel, der durch die zunehmende Digitalisierung vor zusätzlichen Herausforderungen bzw. Chancen steht. Offline- und Online-Angebote sind für den stationären Handel zwingend erforderlich, damit die Innenstädte weiterhin attraktive Handels- und Begegnungszentren bleiben. Von diesem Strukturwandel profitiert der Logistiksektor, der hierzulande vor dem Hintergrund der Reorganisation der globalen Lieferketten und dem damit einhergehenden Trend zum Re- und Nearshoring zusätzlich profitiert und sich auf Investorenseite eines zunehmenden Interesses erfreut. Ungebrochen hoch ist die Nachfrage nach Investments in Wohnimmobilien und verstärkt auch in alternative, konjunkturunabhängige Assetklassen wie Gesundheits- und Sozialimmobilien oder in Rechenzentren. Letztere profitieren nicht nur von der alle Branchen durchziehenden Digitalisierungswelle (Stichwort: Industrie 4.0) und der damit (fast) ungebremst steigenden Datenmenge, sondern zunehmend von dem durch COVID-19 beschleunigten Strukturwandel im Hinblick darauf, wie wir arbeiten (Remote Working/Homeoffice), konsumieren (Onlinehandel), Dienstleistungen in Anspruch nehmen (Streaming) oder unsere Freizeit verbringen (E-Sports/Gaming/GPS-Tracking).

Es sind sicherlich herausfordernde Zeiten, aber auch spannende. Und wie so oft bieten durch exogene Schocks ausgelöste Krisen auch zahlreiche Chancen, zumal weiterhin sehr viel Liquidität im Markt vorhanden ist, die nach risikoadjustierten Anlagemöglichkeiten sucht. Der deutsche Immobilienmarkt könnte wieder einmal seinem Ruf als relativ sicherer Investmenthafen gerecht werden. 

Mit dieser Übersicht bieten wir aktuelle Einblicke in die Auswirkungen des Virus auf die verschiedenen Immobiliensektoren und freuen uns auf einen intensiven Dialog mit Ihnen. Wir stehen Ihnen mit einem ausgewiesenen Expertenteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Aktueller Stand
  • Die von der Bundesregierung eingeführten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zeigen ihre Wirkung.
  • Mit der neuen Corona-Warn-App steht der Bundesregierung ein sinnvolles Tool zur Verfügung, um die weitere Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Einen Monat nach ihrem Start haben laut dem Robert Koch-Institut rund 18,2 Millionen (Stand: 15. September 2020) Smartphone-Nutzer die Corona-Warn-App heruntergeladen.
  • Eine weiter rückläufige Zahl an Neuinfektionen war und ist entscheidend für die bestehenden Lockerungen, die am 6. Mai auf der Bund-Länder-Konferenz beschlossen wurden. Zuletzt sind die Corona-Fallzahlen hierzulande wieder gestiegen und die Ansteckungsrate (Reproduktionszahl) mit dem Coronavirus in Deutschland liegt aktuell bei etwas über 1 (7-Tage-R-Wert, Stand: 20. September). Auslöser hierfür waren im Wesentlichen größere Feiern im Familien- und Freundeskreis oder auch, insbesondere bei Fällen unter jüngeren Personen, ausgehend von Reiserückkehrern.
  • Um einen bundesland- oder gar bundesweiten weiteren Lockdown zu vermeiden, wurde ein Notfallmechanismus (im Sinne einer Infektions-Obergrenze) festgelegt. Die neue Regel sieht vor, dass die Maßnahmen verschärft werden, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mehr als 50 mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 Neuinfizierte auf 100.000 Einwohner in den vorangegangenen sieben Tagen auftreten.
  • Trotz der zuletzt gestiegenen Fallzahlen geht es mit der deutschen Wirtschaft wieder aufwärts, das belegen auch die aktuelle Arbeitsmarktdaten, die im August keinen zusätzlich coronabedingten Anstieg der Arbeitslosenzahlen zeigten, sodass wir uns schneller zu einer gewissen Normalität zurückbewegen, wenngleich diese eine neue Normalität darstellt.
  • Aktuell weisen viele Frühindikatoren sowie die kurzfristig, teilweise sogar tagesaktuell verfügbaren, Echtzeitindikatoren (z.B. der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex des Statistischen Bundesamtes oder der wöchentliche Aktivitätsindex der Bundesbank) darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft nach dem massiven Einbruch im Frühjahr ab dem Sommer vor einer kräftigen Erholung steht. So verbesserte sich der ifo Geschäftsklimaindex im August weiter auf 92,6 Punkte (nach 90,4 Punkten im Vormonat). Das war der vierte Anstieg in Folge und zeigt, dass sich die deutsche Wirtschaft weiter erholt. Zuletzt legten die ZEW-Konjunkturerwartungen ebenfalls weiter zu und zeigen, dass die deutsche Wirtschaft sich spürbar erholen sollte – trotz steigender Corona-Infektionszahlen und ins Stocken geratenen Brexit-Verhandlungen.
  • Die Zahlen am Arbeitsmarkt deuten aktuell darauf hin, dass dieser vergleichsweise gut durch die Corona-Krise kommen könnte. Die Arbeitslosenquote stieg im August nur geringfügig auf 6,4 %, nach 6,3 % im Vormonat. Unterstützt wird diese Entwicklung durch das milliardenschwere Konjunkturpaket der Bundesregierung, und die Kurzarbeitsregelung dürfte dafür sorgen, dass sich die Unternehmen nicht von den dringend benötigten Facharbeitern und deren Wissen trennen müssen. Jedoch offenbart die Corona-Pandemie deutlich, welche Unternehmen und Geschäftsmodelle in der Zukunft überlebensfähig sein werden, und sicherlich wird es in einigen Wirtschaftsbereichen (u.a. im Beherbergungssektor, der Gastronomie, aber auch in der Luftfahrtbranche und dem Einzelhandel) zu Restrukturierungen und Entlassungen kommen und Unternehmen insolvent gehen. Dennoch blicken wir auch oder gerade in Deutschland realistisch-optimistisch in die Zukunft, ohne die Augen vor den strukturellen und konjunkturellen Herausforderungen zu verschließen.
Zuletzt aktualisiert am 21.09.2020

COVID-19 PANDEMIE

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