ARBEITEN IM AUSLAND

Ilka, Associate Director im Bereich Agency (Bürovermietung) in München, hat letztes Jahr am EMEA Swap & Share-Programm teilgenommen. Dieses Programm ermöglicht den Mitarbeitern, eine Woche in einem anderen Land zu arbeiten.Ilka H.

Ilka war im Oktober 2014 für eine Woche in London, im Gegenzug ist im August 2014 ein Kollege aus Rotterdam zu Besuch in München gewesen. Während Ilkas Aufenthaltes in London hatte sie einen „Buddy“, der während dieser Zeit ihr Ansprechpartner war. Nachfolgend erzählt sie von Ihren Beweggründen für die Teilnahme am EMEA Swap & Share-Programm und den zahlreichen Erfahrungen, die sie während ihres Aufenthaltes in London sammeln konnte.  

Warum hast Du Dich zur Teilnahme am Swap & Share-Programm entschieden? 

Als Associate Director in der Bürovermietung in München besteht ein erheblicher Teil meiner Tätigkeit in der Betreuung von Corporate-Kunden, deren beauftragende Headquarter meist in den USA oder Großbritannien (London) sitzen. Bei der Bearbeitung der Gesuche für deren Münchner Niederlassungen zeigen sich oftmals deutliche Unterschiede in den Ansätzen und Anforderungen der ausländischen Kunden zum Münchner Markt. Das erzeugt mitunter Missverständnisse und erheblichen Erklärungsbedarf, was Prozesse unnötig verlängert und erschwert. Nachdem ich von dem neuen Swap & Share-Programm erfahren habe, habe ich mich um die Teilnahme beworben, um die Marktverhältnisse und Gepflogenheiten der Gewerberaumvermietung in London zu studieren. Zudem war es eine super Gelegenheit, die Kollegen, die man bisher nur von Telefonaten und E-Mails kannte, auch mal persönlich kennenzulernen. 

Wie hast Du bisher davon profitiert, am Swap & Share Programm teilgenommen zu haben? 

In London habe ich meine Kollegen ausgefragt, um die Rahmenbedingungen des Londoner Büromarktes und damit die Ausgangssituation meiner Kunden zu verstehen. Es gibt in vielen Bereichen eklatante Unterschiede zwischen den Städten, wie etwa in der Art der Flächenermittlung, der Gebäudearchitektur und Arbeitsplatzkonzepte, in den gesetzlichen Regelungen zu den Arbeitsplatzbedingungen wie auch im Vermarktungsansatz und in der Zusammenarbeit zwischen Kunden und CBRE. Dies hat mitunter große Auswirkungen auf die wirtschaftlichen und rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten der Mietverträge und damit auch auf die angestrebten Ergebnisse der Unternehmen. Es war unglaublich interessant, die Rahmenbedingungen der geographisch doch recht nah beieinander liegenden Märkte zu vergleichen und gedanklich mit den Kundengesuchen in Verbindung zu bringen, die ich bisher betreut hatte. Das neue Wissen wird es mir in Zukunft sehr erleichtern, meine Kunden zu verstehen und auf Basis ihrer individuellen Ansprüche bestmöglich zu beraten. Und auch mein Business-Englisch hat von der Woche in London natürlich profitiert.

Was hast Du aus Deinen Erfahrungen im Ausland gelernt? 

In einem international tätigen Unternehmen wie CBRE mit internationalen Kunden und dem Anspruch, die sich ergebenden Synergien voll auszuschöpfen, reicht es nicht aus, seine lokale Kompetenz aufzubauen und zu erhalten. Die berufliche Weiterbildung und der sprichwörtliche Blick über den Tellerrand sind essentiell für die Zusammenarbeit mit Kunden, die neben der lokalen Expertise auch ein breiteres Verständnis für ihre individuellen, branchen- und herkunftsbegründeten Ansprüche fordern. Zudem war es spannend, den eigenen Arbeitsplatz aus einer räumlich und inhaltlich neuen Perspektive zu betrachten und zu beurteilen. Kleinere Ärgernisse der täglichen Arbeit relativierten sich da teilweise ziemlich schnell. 

Was möchtest Du jedem, der sich für ein solches Programm interessiert, mit auf den Weg geben? 

Vor meiner Reise nach London hatte ich ein ziemlich klares Bild von den Themen und Informationen, die mich interessierten. Als Fazit kann ich sagen, dass ich sehr viel Input mit nach Hause nehmen konnte, den ich anschließend mit meinen Kollegen in München geteilt habe. Für die Kollegen in London hatte ich eine Präsentation über München vorbereitet, die gut ankam. Was ich unbedingt empfehlen kann, ist zum einen, den Aufenthalt in der Austauschstadt nach Möglichkeit um ein bisschen private Zeit zu verlängern und zum anderen, auf jeden Fall mit dem zugeteilten Buddy im Vorfeld ein festes Programm mit Wunschterminen und Meetings zu planen und auch Termine mit Kollegen und Kunden im Voraus zu vereinbaren. Es ist schade um jede nicht verplante Stunde. Ansonsten: Soviel mitnehmen, wie es geht und fragen, fragen, fragen.