Pawel verantwortet den Bereich Workplace Consulting bei CBRE in Düsseldorf. Er hat zuvor unter anderem bei JLL und der merTens AG die Planungs- und Projektmanagementabteilungen geleitet.


Pawel, in dem Bereich Workplace Consulting geht es insbesondere um die Ermittlung, Gestaltung und Verbesserung von Büroraumkonzepten unter Berücksichtigung aller Nutzerbedürfnisse. Wie genau läuft so eine Entwicklung ab?

Wir können unsere Vorgehensweise in zwei Phasen unterteilen: In der ersten Phase wird in 
Pawel K. technischer und organisatorischer Sicht analysiert, um bereits während des Anmietungsprozesses genau auf die Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Beispielsweise wird untersucht, welche Kommunikationsbeziehungen es gibt, wie häufig Mitarbeiter unterwegs sind oder im Homeoffice arbeiten, etc. Wenn dann eine Entscheidung für eine Immobilie getroffen wurde, beginnt die zweite Phase. Diese beinhaltet die Innenarchitektur- und Einrichtungsausschreibung, das Umzugsmanagement und – was nicht vergessen werden darf – das Change Management, denn auch die Mitarbeiter müssen informiert und vor allem in den Veränderungsprozess einbezogen werden.

Was reizt Dich an diesem Aufgabengebiet?

Unsere Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich. Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert, jedoch gibt es nicht „das“ Konzept, das für alle Unternehmen gilt. Vielmehr ist wichtig, dass wir genau auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden eingehen. Der Arbeitsstil und die Anforderungen, denen ein neues Büroraumkonzept entsprechen muss, sind sehr unterschiedlich und es ist spannend, sich immer wieder neu in die Welt der Kunden hineinzuversetzen und entsprechend auf verschiedene Anforderungen zu reagieren, um eine optimale Lösung zu finden. 

Gerade die klassische Büroarbeit an einem monotonen Arbeitsplatz wird es in der zukünftigen Arbeitswelt immer weniger geben. Welche Standards müssen moderne Arbeitsplatzsysteme in Betrieben heute erfüllen?

Die Mitarbeiter wünschen sich immer mehr Flexibilität, um den Balanceakt zwischen Karriere und Privatleben erfolgreich zu meistern. Gerade im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter müssen Unternehmen nachziehen, wenn die Konkurrenz bereits mit moderner Arbeitsplatzgestaltung punkten kann.
Heutzutage wird in manchen Unternehmen bereits eine Überbelegung von Arbeitsplätzen in Höhe bis zu vierzig Prozent kalkuliert, weil viele  Mitarbeiter so häufig geschäftlich unterwegs sind, dass sich eine permanente Bereitstellung eines festen Arbeitsplatzes nicht mehr rentiert. Hier sind enorme Einsparpotenziale vorhanden. Insgesamt ist es aber wichtig zu erkennen, dass der feste Arbeitsplatz generell nicht mehr so wichtig ist, sondern die Begegnungsqualität in den Vordergrund rücken sollte. Jeder Tätigkeit wird ein eigener Raum zugeordnet. Wenn man in Ruhe konzentriert arbeiten muss, zieht man sich in einen Think Tank zurück. Um mit Kollegen gemeinsam ein Thema zu besprechen, gibt es die Lounge-Bereiche. Die Großraumbüros ohne feste Arbeitsplätze unterstützen die Projektarbeit, damit Kollegen aus verschiedenen Teams sich zusammensetzen können. 

Bei der Analyse dürfen die technischen Voraussetzungen für eine flexible Arbeitszeitgestaltung der Mitarbeiter nicht unterschätzt werden, denn in manchen Bereichen sind diese schlichtweg nicht gegeben. Oder aber Homeoffice ist prinzipiell möglich, wird aber faktisch nicht genutzt, weil die Interaktion mit den Kollegen so wichtig ist. 

Welchen Mehrwert kann CBRE mit dieser Dienstleistung für Unternehmen schaffen? 

Im Gegensatz zur isolierten Erarbeitung von Arbeitsplatzkonzepten bietet die integrierte Lösung von CBRE eine Berücksichtigung von Markt und Machbarkeit und sichert den Kunden eine konsistente Lösung von der Konzeption über die Marktanalyse und die Umsetzung bis zum Betrieb zu. CBRE hat nicht nur die kaufmännische Sichtweise, sondern kann aufgrund der breiten Aufstellung technisch fundierte Dienstleistungen aus einer Hand anbieten. 

Welche Relevanz hat das Thema Deiner Meinung nach für die Immobilienbranche?

Durch die steigende Komplexität der Anforderungen bauen und planen Projektentwickler und Architekten bereits jetzt schon sehr flexibel. Generell wird versucht insgesamt die reine Bürofläche zu reduzieren, jedoch dennoch Ausweichflächen bereitzuhalten, um sich durch verändernde Arbeitsprozesse nicht einzuschränken und eine potentielle Neuorganisation im Büro zu ermöglichen.

Vor welchen zukünftigen Herausforderungen stehen Unternehmen hinsichtlich neuer Arbeitsplatzkonzepte?

Zunächst einmal müssen die meisten Unternehmen noch auf den Zug aufspringen und ihre Büroflächen an den veränderten Bedürfnissen ausrichten. Langfristig stehen wir vor ganz anderen Herausforderungen, denn in der Zukunft wird wohl weniger mit der Tastatur geschrieben als dass dem PC mündliche Eingabebefehle erteilt werden. Die iPhone-Benutzer kennen das schon von Siri. Der Lärmpegel würde somit enorm ansteigen. Diese Veränderung würde wieder die komplette Büroaufteilung in Frage stellen. Das wird aber noch einige Jahre dauern, bis es soweit ist.